Best Things To Do & See – Qibao

Heute möchte ich euch mein erstes Sightseeing Highlight vorstellen. Neben den “klassischen” Touri-Hotspots gibt es in Shanghai viele Ecken, die wunderschön und vor allem nicht ganz so überrannt sind. Den Anfang meiner Best Things To See And Do In Shanghai Reihe macht das Wasserdorf Qibao.

Während mein Liebster arbeitet, habe ich die Zeit genutzt um Shanghai weiter zu erkunden und neue Leute kennenzulernen. Denn wer denkt, dass Freundschaften so aus dem Nichts hier auftauchen, der denkt definitiv falsch. Anschluss findet man nur, wenn man selbst aktiv wird.

Da ich keine Lust habe vor der wunderschönen Skyline von Shanghai zu vereinsamen, bin ich Anfang der letzten Woche nach Hongqiao gefahren, um dort mit ein paar Frauen vom Deutschen Club Mittag zu essen. In einer entspannten Atmosphäre bei Tapas und Tee lernte ich nette Expatfrauen kennen. Mit meinen 29 Jahren – wer hätte es gedacht – war ich natürlich das Kücken in der Runde. Nichtsdestotrotz habe ich mich direkt wohl gefühlt und konnte einige spannende Dinge erfahren. Wo ist der beste Fakemarkt? Wo kann man gut Essen gehen? Wo kann man gut Urlaub machen? Was kann man an Chinese New Year machen? Welche Museen lohnen sich? usw.

Auf dem Talk lernte ich auch Katja kennen. Irgendwie stimmte die Chemie direkt zwischen uns und so verabredeten wir uns für Donnerstag und überlegten, was wir unternehmen könnten. Allzu viel habe ich von Shanghai noch nicht gesehen (mal abgesehen von den klassischen Touristen-Hotspots) und so entschieden uns nach Qibao zu fahren.

Qibao ist ein kleines Wasserdorf mitten in Shanghai ca. 18km vom Stadtzentrum entfernt. Das hört sich extrem schräg an und das ist es auch. Shanghai ist riesig und innerhalb von 500m kann sich das Großstadtflair in ein Kleinstadtflair verändern. Ähnlich ist es auch bei Qibao. Ca. 500m von der Metrostation entfernt, ist man in einer komplett anderen Welt – alte Gebäude, ähnlich wie in Yu Yuan Garden, gemischt mit einem Hauch von Venedig (auf Grund der Wasserkanäle). Dieser Teil von Qibao wurde vor über 1000 Jahren gebaut und aufwendig restauriert. Man spürt den alten Geist von Shanghai förmlich an jeder Ecke. Ich habe mich direkt in diesen Teil von Shanghai verliebt. Ich glaube das lag auch daran, dass verhältnismäßig wenig Menschen dort unterwegs waren. Es war ruhig, die Sonne schien – hach kurz um – es war schön dort. Ganz entspannt haben wir Qibao erkundet. Nach einem kurzen Kaffeestop, haben wir uns gemütlich auf den Weg zum Tempel gemacht. Der Weg führte durch die schmalen Straßen, vorbei an traditionellen Läden und Restaurants. Die Restaurants und Imbissbuden sind hier sehr traditionell vom Baozi, über Innereien aller Art (Hühnermagen am Spieß), Bettlerhuhn bis hin zu nicht ganz definierbaren Dingen und Allerlei vom Schwein (Herz, Füße etc.) gibt es hier alles. Was es genau mit den Eiern (siehe Bild) auf sich hat, weiß ich bisher nicht. Die sind auf jeden Fall ein richtig guter Verkaufsschlager gewesen. An dem Stand standen die Chinesen Schlange.

Auf dem Weg zum Tempel kamen wir an einem kleinen Schrein oder Tempel vorbei. So genau weiß ich das leider nicht. Auf meiner To-Do Liste steht nun definitiv auch drauf, mich mehr mit der Religion auseinander zu setzen. Denn ehrlich gesagt habe ich 0 Ahnung vom Buddhismus.

Am Tempel angekommen, waren wir bis auf einen Hund und diverse Katzen die Einzigen. Es war unglaublich ruhig und in diesem Moment hatte ich nicht das Gefühl in einer Stadt zu sein, in der ca. 30. Mio. Menschen leben. So sehr ich den Trubel in der Innenstadt liebe, hin und wieder ist es wirklich schön einmal einen ruhigen Moment zu haben. Der Tempel in Qibao ist relativ klein, allerdings gehört noch eine Pagode, die riesige Glocke und ein kleiner Garten dazu. Somit ist die Anlage insgesamt relativ groß. Qibao bedeutet auf deutsch “Sieben Schätze” und wurde nach einer Legende benannt, der nach es einst in der Stadt sieben Schätze gab – eine große Glocke, ein fliegender Buddha aus Afar, ein goldener Hahn, Stäbchen aus Jade, eine Axt aus Jade, die goldene Lotusschrift und eine magische Truhe. Die Schätze sollen ebenfalls über 1000 Jahre alt sein. Ob es wirklich 7 waren, weiß man nicht genau. Zwei haben bis heute überlebt – die große Glocke und die Lotusschrift.

Nach unserem Besuch des Tempels, der Pagode und einem entspannten Spaziergang vorbei an der riesigen Glocke, haben wir uns wieder Richtung Innenstadt aufgemacht, um Etwas zu essen. Auf Schweinefüße hatten wir dann doch keinen Appetit ;)

Wer einmal ein bisschen das alte Shanghai abseits der riesigen Menschenmassen erleben möchte, sollte unbedingt in Qibao vorbeischauen. Mit der Metro braucht man vom Jing’an Tempel eine knappe halbe Stunde. Wer nicht auf das traditionelle Essen steht, sollte sich etwas einpacken oder sich einfach an den Ständen der Abenteuerlust hingeben. Das Essen ist dort deutlich günstiger als in der Innenstadt. Für 5 RMB (ca. 65 Cent) bekommt man 10 Spieße mit Hühnermagen. Der Tempel kostet übrigens keinen Eintritt und ist definitiv ein Blick wert. Da mein Liebster Qibao noch nicht kennt, haben wir für diesen Samstag einen kleinen Ausflug dorthin geplant. Ich hoffe, dass das Wetter dann endlich wieder besser ist. Im Moment haben wir seit gestern extremen Smog. Da ich ab einem Luftindex von 120-130 schon Probleme bekomme und mit Maske herumlaufe, sind die Werte um die 200 gerade so eine Art “Hausarest” für mich. Leider soll die Luft noch bis Freitag so schlecht bleiben. Hoffen wir mal, dass es regnet (dann wird der ganze Drecke in der Luft heruntergespült) oder dass der Wind besser steht.

 

bis dahin

eure Sarah

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