Dinge, die du unbedingt probieren solltest

 

Ich habe mich gedacht, dass es wieder einmal an der Zeit ist, über chinesisches Essen zu sprechen. Mittlerweile leben wir über ein Jahr in Shanghai und haben die chinesische Küche lieben gelernt. Wer an die chinesische Küche denkt, denkt vor allem an Innereien, Hund, Katze , Hühnerfüße und Schwein süß-sauer. Ganz soweit hergeholt ist dies nicht, allerdings wird Hund nur in Südchina gegessen und auch nur eine ganz spezielle Rasse, Katze habe ich hier noch nirgends auf der Karte gesehen, genauso das Schwein süß-sauer. Ich bin überzeugt, dass es das irgendwo in China zu essen gibt. Innereien stehen tatsächlich sehr häufig auf der Karte, vor allem Kuhmagen. Der ist hier irgendwie der absolute Renner.  Generell machen diese “Ekelgerichte” nur einen sehr kleinen Teil der chinesischen Küche aus. Christian würde jetzt sagen “Der Kuhmagen ist super lecker”. Ja er isst ihn wirklich gern und bestellt sich auch schon mal eine Portion.

 

 

Im letzten Jahr habe wir Einiges an verrückten Dingen gegessen. Wobei ich deutlich zurückhaltender bin (gestocktes Entenblut, Qualle, Hühnerfüße) als Christian. Er hat wirklich den Vogel abgeschossen mit Hirn, Kugelfisch, Jahrhunderteier (ja sie schmecken ihm wirklich, wenn sie gut zubereitet sind) und Seidenraupen.

 

 


Die Huntun in Sesamesauce, meine heimliche Liebe. Jeden Mittwoch gehe ich nach dem TaiChi im lokalen Foodcourt Sesame-Wantan essen. Bisher habe ich sie in keinem Restaurant gefunden. Die Huntun sind mit einer Gemüse-Schweinfüllung in einer Sesam-Soja-Sauce. Für gerade einmal umgerechnet 2,50 Euro gibt es eine riesige Portion plus eine klare Suppe.

Funfact: Wantan heißt übersetzt Schüssel Suppe und die Teigtaschen Huntun. Wenn ihr also eine Wantan-Suppe bestellt, bestellt ihr quasi eine Schüssel Suppe Suppe.

 


Ich bin an sich kein so großer Hotpot-Fan. Letztes Wochenende habe ich dem Peking-Hotpot eine Chance gegeben. Bisher habe ich nur Sichuan-Hotpot gegessen. Unsere chinesische Freundin suchte ein kleines, aber feines Peking Hotpot-Restaurant raus. Die nordchinesische Küche ist sehr deftig und salzig und war schon in Harbin voll mein Ding. Trotzdem stand ich dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber. Meine anfängliche Skepsis wich sehr schnell großer Begeisterung und ich kann jedem nur empfehlen einmal richtig Peking Hotpot essen zugehen. Im Gegensatz zum Sichuan Hotpot, bei dem man gefühlt nur Fleisch und Innereien in die extrem scharfe Brühe wirft, tut man beim Peking-Hotpot vor allem Lamm und Gemüse hinein. Der große Unterschied ist, dass die Brühe mehr oder weniger leicht gewürztes, heißes Wasser ist und Fleisch, Gemüse etc. darin kocht und anschließend durch eine mit Knoblauch, Chilli und Koriander gewürzte Sesamsauce zieht. Die Spezilität des Restaurants ist Kuhmagen, der speziell zubereitet und täglich von Peking nach Shanghai geliefert wird. 3x könnt ihr raten, wer sich einen ganzen Teller davon genehmigt hat.

 

 


Das nächste Gericht, dass ich euch ans Herz lege, hat keinen Namen oder ich weiß ihn einfach nicht – Bellpepper mit Tofu bzw. Rind. Ich meine mich zu erinnern, dass dieses Gericht ein für Hangzhou sehr typisches Gericht ist. Dort wird der grüne, scharfe Paprika angebaut. In Hangzhou wird die in Streifen geschnittene Paprika meistens mit Rind serviert. In Shanghai sieht man sie auch häufiger mit Tofu auf der Karte (manchmal auch mit Tofu & Speck – auch sehr lecker). Da ich hin und wieder die riesigen Fleischberge nicht mehr sehen kann, ist die Tofualternative eine nette Abwechslung.

Eben habe ich euch noch erzählt, dass ich auf Sichuan-Hotpot absolut nicht stehe. Ganz 100%ig richtig ist das auch nicht. Bei unserem Chinesen um die Ecke, bestellen wir und hin und wieder ein ähnliches Gericht. In einer riesigen Schüssel, in scharfer Brühe und viel Chilliöl, werden Rindfleisch, Glasnudeln, Pilze und Morscheln gekocht. Gerade in den kälteren Monaten, ist das genau das richtige Essen. Bisher haben wir uns nur an Schärfegrad 1 von 3 getraut. Dieser reicht nach meinem Empfinden vollkommen aus. Wer gerne scharf isst, sollte die “Hotbowl“, wie ich sie nenne, auf jeden Fall probieren.

 

 

bis dahin

 

eure Sarah

 

 

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