Leben in Shanghai #11 – Frage & Antwort

Mittlerweile leben wir fast 3 Monate in Shanghai. Es ist unglaublich, wie viel wir in dieser Zeit hier erlebt haben. Heute möchte ich auf ein paar Fragen, die mir schon häufiger gestellt wurden, eingehen und diese beantworten.

 

Was machst du die ganze Zeit allein zu Hause, während Chris arbeitet?

Ich bin viel unterwegs, vor allem mit den Frauen vom Deutschen Club. Der Deutsche Club organisiert einige Dinge für Expatfrauen. In der Anfangszeit empfiehl man mir, einfach alles mitzumachen, um Leute und die Stadt bzw. das Land kennenzulernen. Diesen Monat stehen für mich noch ein Ausflug zur Teeernte nach Hangzhou, ein Brunch und ein Essen im Restaurant von Cornelia Poletto an. Am 31.03. geht es dann für eine gute Woche in den Urlaub. Des Weiteren gibt es jeden Tag verschiedene Walks/Führungen durch Shanghai zu bestimmten Themen. Da Chris gerade in Deutschland ist, werde ich nächste Woche ein paar dieser Walks machen. Das Schöne daran ist, dass man am Ende der Führungen einen Plan bekommt, wo man lang gelaufen ist. Somit kann ich dann Chris eine kleine Führung durch Shanghai geben. 2-3 mal die Woche habe ich meinen chinesisch Unterricht, den ich meistens einen Tag später noch nacharbeite. Wenn das Wetter nicht so gut ist, vertreibe ich mir die Zeit mit lesen, meinem Blog und malen. Langweilig wird mir im Moment nicht. Ich finde immer Etwas, was ich machen bzw. unternehmen kann. Ob ich das allerdings drei Jahre so haben möchte, wie im Moment, weiß ich noch nicht. Das wird sich mit der Zeit zeigen.

 

Gibt es Etwas, was du vermisst?

Diese Frage ist garnicht so einfach zu beantworten. Natürlich vermisse ich meine Familie und meine Freunde. Es gibt auch immer wieder Momente, in denen ich unseren Kater vermisse. Ansonsten haben wir hier alles, um glücklich zu sein. Es gibt hin und wieder Momente, in denen wir uns oft denken “Es wäre so schön, XY dies und jenes zu zeigen. Das würde XY gefallen”. Für mich ist das mit am schwersten. Das hört sich blöd an, aber dieses Glück, das wir hier erfahren, die Momente und Abenteuer, die wir hier erleben, möchte man nur allzu gern mit den Liebsten teilen. Wenn man so viele Kilometer von zu Hause entfernt ist, ist dies kaum über Skype, Facetime etc. möglich. Das ist definitiv Etwas, was ich hier vermisse – die Menschen, die mir am Herzen liegen, an unserem Leben richtig teilhaben zu lassen.

 

Schmeckt das chinesische Essen?

In mehreren Posts habe ich zum Thema Essen etwas geschrieben. Das chinesisches Essen ist definitiv nicht mit dem in Deutschland vom Chinesen zu vergleichen. Ich habe hin und wieder meine Probleme damit, dass es extrem fettig ist. Wie bei so vielen Dingen, gewöhnt man sich mit der Zeit auch daran. Mittlerweile werde ich auch mutiger und probiere auch an kleinen Imbissbuden das Essen. Mit Jaozi, Baozi und Jialongbao kann man, in meinen Augen, nicht  viel verkehrt machen. Abgesehen davon, sind wir nicht gezwungen jeden Tag essen zu gehen.

 

Wart ihr schon krank?

Richtig krank waren wir zum Glück nicht. Bis auf eine kleine Lebensmittelvergiftung sind wir bisher verschont geblieben. Ein Wunder, wenn man bedenkt, dass sich die Chinesen krank, mit Fieber und Grippe etc., auf die Arbeit schleppen. Es gab Tage, da war ich leicht angeschlagen und habe gemerkt, dass mein Immunsystem ordentlich kämpft. Aber ansonsten haben wir gut durchgehalten.


Gibt es Etwas, das du an Shanghai garnicht magst?

Jedes Land bzw. jede Stadt hat seine guten und schlechten Seiten, ebenso Shanghai. Im Winter fand ich die Luftverschmutzung extrem anstrengend. Wir sind in Deutschland definitiv verwöhnt, was die Luft angeht. In den ersten Wochen hat sich mein kompletter Tagesablauf danach gerichtet, wie gut die Luft ist. Anstrengend ist auch der Verkehr. Die Elektro-Roller fahren wie sie wollen und werden auch nicht ohne Grund “Silent Death (stiller Tod)” genannt. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, dass an Ampeln, auch bei Rot, immer rechtsabgebogen werden darf und die Roller sich durch die Fußgänger, die die Straße überqueren, quetschen. Nichtsdestotrotz ist es nervig.

 

Bist du glücklich in Shanghai?

Ja. Ich wusste von Anfang an, dass ich mich hier wohlfühlen würde. Dass ich mich allerdings, so wohlfühlen würde, hätte ich nicht gedacht. Es gibt sehr viele Dinge, die ich hier schätzen gelernt habe. Allen voran, dass man sich ohne Angst zu haben in ganz Shanghai zu jeder Tageszeit bewegen kann. Des Weiteren genieße ich es gerade sehr, dass seit gut einer Woche alles anfängt zu blühen. Seit ca. 2 Wochen haben wir gutes Wetter. Meistens um die 15 Grad herum. Die Sonne lässt sich nicht jeden Tag sehen, aber wenn, dann werden hier gerne 20-26 Grad. Ich genieße es, dass gutes Essen hier nicht teuer sein muss. Ich kann mir in Shanghai Michelin-Stern Restaurants leisten, weil sie einfach nicht so teuer sind wie in Deutschland (3 Gänge für ca. 30-40€). Natürlich haben wir einige Einschränkungen (z.B. kein WhatsApp, kein Google etc.), aber ich bin ehrlich, dass ich diese Dinge nicht so sehr vermisse. Unsere Prioritäten haben sich hier komplett verschoben. Viele Dinge, die in Deutschland eine große Rolle gespielt haben, sind uns hier egal. Auch wenn wir in Shanghai überwacht werden, erfahren wir hier eine ganz andere Art von Freiheit.

 

Wenn ihr noch weitere Fragen an mich bzw. uns habt, schreibt sie einfach als Kommentar unter den Beitrag. Dann werde ich diese demnächst in einem Post beantworten.

 

bis dahin

eure Sarah

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