Travel Around The World – Hangzhou

Ich hoffe ihr habt alle die Zeitumstellung gut überstanden. Ich habe mich entschieden, dass ich meine Beitrage weiterhin 21h unserer Zeit veröffentlichen werde – d.h. 15 Uhr in Deutschland. – Sorry für die Verspätung – irgendwie funktioniert die “Plan-Funktion” gerade nicht. Ich weiß nicht genau wieso. Am letzten Sonntag gab es ein bisschen Chaos, warum auch immer ist mein Beitrag nicht online gegangen – grrrrr. Des Weiteren habe ich mich entschieden, dass der Laptop nicht mit nach Japan kommt und somit nach dem heutigen Post der nächste erst am 09.04. online kommen wird. Wir fliegen mit einer chinesischen Billig-Airline, wo durch unser Gepäck und Handgepäck extrem begrenzt ist. Ich glaube 4 oder 5kg Handgepäck und der Koffer darf 20kg haben. Die Größen- und Gewichtsbeschränkungen sind hier bei den Airlines etwas anders.

Gestern habe ich mit dem Deutschen Club einen Ausflug nach Hangzhou gemacht, von dem ich euch heute ein bisschen erzählen möchte. Der Tag startete für mich schon sehr früh. Um 5:45 klingelte mein Wecker, da ich um 7 Uhr am People’s Square sein musste. Von dort aus ging es in das ca. 200km entfernte Hangzhou. Nächste Woche ist ein wichtiger Feiertag für Chinesen – der Grab-Säuberungs-Tag. An diesem Tag fahren die Chinesen nach Hause zu den Gräbern ihrer Ahnen, halten dort Zeremonien ab und pflegen das Grab. Viele Familen machen sich schon eine Woche vor dem Feiertag auf den Weg in die Heimat. Dies bedeutete für uns Stau – Stau und noch mehr Stau. Nach dem wir den Rest der Truppe in Hongqiao eingesammelt hatten, ging es weiter Richtung Hangzhou. Mit viel Geduld erreichten wir dann endlich um ca. 11:30 die Teeplantage bei strahlendem Sonnenschein. Hangzhou ist mit seinen 19 Millionen Einwohnern, ähnlich groß wie Shanghai. Auf dem Weg zur Teeplantage fuhren wir mitten durch die Stadt und am Westsee vorbei. Hangzhou ist zu dieser Jahreszeit wunderschön. Über all ist es grün und alles blüht. Am meisten haben mich die Kamelien beeindruckt, die zum Teil wild am Straßenrand blühten. Ich kann sehr gut verstehen, weshalb Hangzhou einer der beliebtesten Orte zum Urlaub machen der Chinesen ist. Neben den wunderschönen Parks, dem Westsee und dem vielen Grün, bietet Hangzhou auch ein paar kleinere Berge, die zum gemütlichen Wandern einladen. Die Stadt hat ein ganz anderes Flair als Shanghai. Irgendwie geht dort alles etwas ruhiger und entspannter zu. Allerdings fällt man als Laowai sehr auf und wird auf Schritt und Tritt fotografiert.

Nach einem Spaziergang an den Plantagen vorbei und durch diese bei herrlichstem Wetter, kam bei mir Urlaubsstimmung auf.  Auch wenn wir es in den letzten Wochen in Shanghai sehr warm hatten, die Sonne ließ sich eher selten blicken. In den Plantagen konnten wir die Teepflückerinnen bei ihrer Arbeit beobachten. Im April und Mai werden die Teesträucher (ich hoffe das ist richtig) zum ersten Mal geerntet – die First Flush. Zu dieser Zeit gibt es so viel Arbeit, dass viele Wanderarbeiterinnen eingestellt werden. Die Pflückerinnen verdienen in den 2 Monaten ca. 7000 RMB – ca. 900€. Dies ist für sie extrem viel Geld, da die Frauen aus sehr armen Regionen kommen.

 

Danach ging es für uns in das Teemuseum, wo wir ein etwas über die Geschichte und Rolle des Tees erfuhren. Im Anschluss nahmen wir dann an einer Teezeremonie teil, in der wir vier verschiedene Tees probierten. Die  verschiedenen Abläufe und Aufgüsse und wann man welchen Tee in die 2. und 3. Kanne umschüttet und wieso man dies tut, ist mir in der kurzen Zeit leider nicht ganz klar geworden. Vielleicht weiß das einer von euch. Neben dem sogenannten Drachen-Brunnen-Tee, der in Hangzhou angebaut wird, probierten wir noch einen Oolong Tee, einen Litchi Tee und eine sogenannten Teeblume. Der Drachen-Brunnen-Tee (Lóngjǐngchá) ist der berühmteste Grüntee Chinas. Ich fand ihn alles andere als lecker und glaube sofort, dass er extrem gesund ist. Meiner Meinung nach schmeckt er nach einer Mischung aus Spinat und Braten und vielleicht ein kleines bisschen nach Grünem Tee. Mein Fall ist er definitiv nicht und ich habe ihn auch nicht gekauft. Mein Favorit war definitiv der Schwarze-Tee, der mit Litchi aromatisiert ist. Dafür werden die Teeblätter in Litchisaft getaucht und dann getrocknet und fermentiert. Guter chinesischer Tee wird nicht bitter, da sehr oft Litchi enthalten ist. Diese verhindert, dass der Tee bitter wird. Mein optisches Highlight, war die Teeblume, die sich im warmen Wasser entfaltet und eine tibetische Blume enthält. Bevor man den Tee nicht aufgegossen hat, weiß man auch nicht, welche Blüte enthalten ist. Nach dem Teeaufguss kann man die Blume in ein Weinglas tun und dort noch ganze 14 Tage aufbewahren. Bei Grünem Tee, das habe ich jetzt gelernt, ist es wichtig, dass man eine Glaskanne hat, damit man sehen kann, wie sich der Tee entfaltet. Denn guter Grüner Tee schwimmt oben und entfaltet seine Blätter nach dem Aufguss. Des Weiteren habe ich jetzt auch gelernt, dass der Tee, der in Teebeuteln enthalten ist, laut Chinesen, Abfall ist. Die billigsten und am wenigsten aromatischen Teeblätter landen im Teebeutel.

 

Nach der Teezeremonie ging es für uns zum Mittagessen und dann weiter zum Westsee für eine kleine Bootstour. Auf dem Boot kam ich dann so richtig in Urlaubsstimmung. Mittlerweile war es 15:30 und die Sonne tauchte alles in oranges Licht. Die Ruhe, die Sonne, gute 25°C und das Wasser – hach es war einfach schön. Nach gut einer Stunde Bootsfahrt ging es für uns wieder an Land und wir hatten noch ein bisschen Zeit, um am Westsee entlang zu laufen. Leider ging es um 17:45 für uns wieder Richtung Shanghai. Ein bisschen traurig war ich schon. Ich wäre gern noch ein paar Tage länger geblieben und hätte Hangzhou noch ein bisschen genossen. Gegen 21:30 kam ich dann völlig erschöpft, aber dafür um so glücklicher, zu Hause an.

 

In meinen Augen ist es gerade die beste Jahreszeit für Hangzhou. Das Wetter ist sehr ähnlich wie in Shanghai. Das heißt, dass April und Mai die schönsten Monate dort sind. Ab Juni wird es, wie auch bei uns, extrem heiß und feucht. Mir hat Hangzhou extrem gut gefallen und ich werde definitiv mit Chris dort für ein paar Tage Urlaub machen. Wann genau müssen wir mal schauen. Ich kann sehr gut verstehen, wieso Hangzhou bei den Chinesen neben Peking als beliebtester Urlaubsort innerhalb Chinas gilt. Obwohl die Stadt eine Großstadt ist, hat man nie das Gefühl in einer zu sein. Alles wirkt ein bisschen wie in einer Kleinstadt. Das viele Grün, der riesige See, die Berge und die Teeplantagen lassen einen sehr schnell vergessen, dass man sich in einer Stadt mit 19 Mio. Einwohnern befindet. Man sagte uns, dass wir die Stadt gestern extrem leer war. Am Wochenende und um die Feiertage herum, soll Hangzhou aus allen Nähten platzen. Zum Kennenlernen und um sich einen kleinen Eindruck von der Stadt zu machen, war dieser sehr anstrengende, aber sehr schöne, Ausflug perfekt.

 

bis dahin

eure Sarah

 

PS: Ich liebe meinen Selfie-Stick – gestern wurde häufig über ihn geschmunzelt. Als ich ihn dann jemanden auslieh für ein Selfie, konnte man doch ganz gut verstehen, wieso ich ihn so liebe und wollte direkt wissen, wo ich ihn gekauft habe. JaJa – lacht ihr alle nur ;)

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