Travel Around The World – Kota Kinabalu

Mit etwas Verspätung folgt heute der letzte Post zu unserem Urlaub. Nach unserem Aufenthalt auf Gaya ging es für uns zurück nach Kota Kinabalu. Dort hatten wir uns für die restliche Zeit auf Borneo eine Villa, ca. 30km nördlich von Kota Kinabalu, gemietet. Nach unserem Check-In kam leider etwas Ernüchterung auf. Irgendwie war bei unseren Buchungen etwas kreuz und quer gegangen und wir hatten scheinbar nicht die Villa gebucht, sondern eine Ferienwohnung in dem Komplex der Anlage. Als wir in der Wohnung ankamen, waren wir sprachlos. Sie war dreckig ohne Ende, die Möbel waren runtergewirtschaftet und die Tür zum Balkon ließ sich nicht öffnen. Für den Preis, den wir pro Nacht zahlten, war diese Ferienwohnung alles andere als akzeptabel. Etwas gefrustet gingen wir wieder zurück zu Rezeption und erklärten dort unser Problem. Nunja Kundenfreundlichkeit stand scheinbar nicht auf dem Programm. Lange Rede kurzer Sinn, gegen einen Aufpreis, den wir verhandelten, war man bereit uns eine der Ferienvillas zu geben. Also ging es mit Sack und Pack zu besagter Villa. Diese war nicht weniger dreckig als die Wohnung, allerdings waren die Möbel etwas besser in Schuss und wir hatten einen kleinen privaten Plunge-Pool. Definitiv eine Verbesserung. Allerdings wussten wir da noch nicht, was uns in den nächsten Tagen erwarten sollte. Kakerlaken und zwar die von der großen Sorte.  2-3 erlegten wir am Tag. Mittlerweile habe ich gelernt, dass pro sichtbarer Kakerlake, 200-300 Kakerlaken irgendwo versteckt sind. Ich lasse das jetzt einmal so im Raum stehen. Zum Glück hatten wir unser Mückennetz mit. Dadurch konnten wir in Ruhe schlafen und mussten keine Angst haben, dass sich Ungeziefer in unser Bett verirrt. Bei dem Dreck auf den Lacken und der Bettwäsche hätte mich das definitiv nicht gewundert (bei Christian waren Popel auf dem Kopfkissen).

Kommen wir nun zu den schöneren Dingen. In den folgenden Tagen verbrachten wir die meiste Zeit direkt bei uns am Strand, in unserem Pool und in der Gruselvilla. Nach 2 Tagen war der Schock verdaut und wir konnten die Zeit genießen. Wie auch schon auf Gaya waren wir die meiste Zeit ganz allein im Meer. Abends saßen wir am Strand und sahen uns die Sonnenuntergänge an. Ich habe in meinem Leben noch nie so wunderschöne Sonnenuntergänge gesehen wie dort. Auf Gaya waren wir leider nicht auf der Richtigen Seite, um welche sehen zu können. Sobald die Sonne untergegangen war, fand das eigentliche Naturschauspiel statt. Der Himmel zeigte sich in allen möglichen Farbvariationen. Ein wahrer Traum.

 

 

Insgesamt machten wir noch 2 Ausflüge – einen nach Sapi, der Nachbarinsel von Gaya und einen in die Wetlands (ca. 2h mit dem Auto von Kota Kinabalu), um dort Nasenaffen zu sehen. Ich wollte unbedingt Nasenaffen sehen, da wir auf Gaya leider kein Glück hatten, buchten wir über WeChat eine Tour. Jajajajaja wir sind schon richtige Chinesen, ich weiß. Am nächsten Tag holte uns Albert, ein Malay mit chinesischen Wurzel in Kota Kinabalu mit einem Pick-Up ab. Wir waren etwas verwirrt, da wir uns nicht vorstellen konnten, dass wir die Einzigen seien, die diese Tour gebucht hatten. Am Anfang dachten wir, wir würden zu einem Bus gefahren werden, der uns mit den anderen Touristen dann in die Wetlands fahren würde. Dem war jedoch nicht so. So fuhren wir gute 1 1/2h mit Albert durch wunderschöne Landschaften und lernten Einiges über Borneo. Als wir in den Wetlands ankamen, wurden unsere Erwartungen voll erfüllt. Wir wurden in eine lustige, Tour mit ca. 200 Chinesen eingebucht. Christian und ich fühlten uns direkt heimisch. Nachdem wir noch Kuchen und Tee bekommen hatten, ging unsere Bootsfahrt auf dem kleinen Fluss los. Die Landschaft war beeindruckend und wir hatten Glück, nach ca. einer halben Stunde sahen wir nicht nur Makaken, sondern auch Nasenaffen, die gemütlich in den Bäumen saßen und aßen. Nach 1 1/2h Fahrt legten wir wieder an und bekamen, wer hätte es gedacht, wieder etwas zu Essen. Schließlich waren wir auf einer chinesischen Tourfahrt, da ist nun einmal essen extrem wichtig. Die Fischerfrauen des Dorfes befüllten die Teller einmal mit allem d.h. komplette Fische, komplette Krabben, Seeschnecken usw. Eben alles, was der Chinese liebt. Während wir aßen, sangen und tanzen die Fischereifrauen. Da ich scheinbar die Einzige war, die dies interessierte, wurde ich direkt mit nach vorne geholt und schwang das Tanzbein mit. Nach der kleinen Tanzeinlage, stand Teil 2 der Tour an – die Firefly-Bootsfahrt (Glühwürmchen). Einer der Fischer hatte eine Lampe, mit der den Glühwürmchen Leuchtsignale sendete. Ich habe selten so etwas Schönes gesehen. Massenhaft kamen Glühwürmchen zum Boot geflogen und die Mangroven leuchteten wie Weihnachtsbäume. In Deutschland habe ich hin und wieder mal ein Glühwürmchen gesehen, aber nicht hunderte gar tausende. Das war extrem beeindruckend.

 

 

Christian und ich waren auf Gaya begeistert vom Schnorcheln gewesen. Wir beide waren vorher noch nie richtig schnorcheln. Aus diesem Grund entschieden wir uns, einen Ausflug nach Sapi zu machen, da man dort laut Internet ebenfalls sehr gut schnorcheln kann. Schon am Hafen wurde uns klar, dass wir wohl nicht die Einzigen sein werden. Ein Boot nach dem anderen legte voller Chinesen ab. In Sapi selbst bestätigte sich dieses Bild. An Schnorcheln war leider erst einmal nicht zu denken, da das Riff gesperrt war, wie wir nachher herausfanden wegen der vielen Chinesen. So machten wir es uns erst einmal am Strand bequem. Ich lass mein Buch, während Christian versuchte zwischen den Chinesen zu schnorcheln. Sapi ist die Einzige der kleinen Inseln, die richtig touristisch erschlossen ist. Deshalb ist sie auch für Chinesen so interessant, denn es gibt dort extra für diese einen Lunch. Nach dem dieser vorrüber war,  war es deutlich angenehmer, da sich Sapi merklich leerte. Ich denke, dass die kleine Bucht perfekt ist zum Schnorcheln, allerdings lohnt es sich nicht dort hinzufahren, wenn chinesische Sommerferien sind. Der Tag war nett auf Sapi, aber er war leider auch nicht der Knaller, da die Insel einfach Mini und für so viele Menschen, in meinen Augen, nicht ausgelegt ist.

 

 

In Kota Kinabalu selbst waren wir sehr wenig unterwegs. Man merkt sehr deutlich, dass die Region einfach Null-Entwicklung hat. Alles ist extrem heruntergekommen. Investoren versuchen Moderne Tower und Malls zu bauen. Malls der Superlative haben wir in Shanghai genug, weshalb uns diese auch nicht begeistern konnten. Die Ecke Kota Kinabalu hat uns nicht so gut gefallen, wie Gaya. Würden wir jetzt noch einmal entscheiden können, würden wir tiefer in die Tasche greifen und nur Urlaub auf Gaya machen. Die Ruhe und die Natur dort waren jeden einzelnen Cent wert. Generell hatten wir das Gefühl, dass es wenig Mittelklassehotels gibt, sondern extremer Luxus oder komplett heruntergekommen. Urlaub im Hostel? Das muss nicht zwingend mehr sein. Uns hat es auf Gaya so gut gefallen, dass wir schon in der Planung sind, dort ein paar Tage während Chinese New Year zu verbringen.

 

 

bis dahin

eure Sarah

Leave a reply