Travel Around The World – PyeongChang

Wir sind wieder zurück in Shanghai. Damit geht eine unvergessliche Zeit in Südkorea zu Ende. Im heutigen Beitrag (mit etwas Verspätung – SORRY) und am Sonntag möchte ich euch von unseren Erlebnissen in PyeongChang erzählen. Ein Blogpost wäre über die olympischen Spiele einfach zu lang geworden. Nächste Woche wird dann ein Post zu unserer Zeit in Seoul online kommen. Donnerstag morgens ging es für uns nach Seoul los. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir weder Tickets, noch einen Transfer zu den olympischen Spielen. Am Flughafen in Seoul haben wir uns  direkt an einem Counter Tickets für Biathlon (Massenstart der Frauen und Massenstart der Männer) und Giant Slalom der Männer gekauft.

 

KTX The Gate To PyeongChang

Zu diesem Zeitpunkt, war uns leider noch nicht klar, dass der Transfer nach PyeongChang kompliziert werden könnte. Am Schalter für die Zugtickets kam dann relativ schnell die Ernüchterung. Für Samstag und Sonntag war es zwar möglich ohne Probleme mit dem KTX (quasi der koreanische ICE) nach Jinbu zukommen, allerdings waren alle Tickets zurück nach Seoul restlos ausverkauft. In dem Moment war ich noch relativ entspannt, da ich mir dachte “Naja wir sind in Asien, irgendwie wir das schon”. Da man uns am Flughafen keine Tickets verkaufen konnte, verschoben wir das Problem auf später, fuhren mit dem Expresszug erstmal zur Seoul Station und checkten in unser Hotel ein, bevor wir uns weiter auf die Suche nach einem Transport machten. An der Seoul Station konnte man uns nicht wirklich helfen. Jegliche Transfermöglichkeit, die man uns nannte, war restlos ausgebucht. Wir hatten immerhin ein bisschen Glück und konnten noch für Montag Nacht um 0:44 eine Rückfahrt ergattern. Für Samstag fehlte uns immer noch der Transfer. Überall, wo wir Donnerstag und Freitag nachfragten, erklärte man uns, dass alle Tickets ausverkauft waren. Bei einem Info-Stand am Seoul Tower gab uns der freundliche Mitarbeiter einen Restaurantguide in die Hand mit dem Satz “Den werdet ihr brauchen, wenn ihr kein Hotel mehr bekommt”. An diesem Punkt war ich dann doch etwas gestresst und hätte auch in der letzten Bruchbude in PyeongChang geschlafen, allerdings gestaltete sich auch das etwas schwierig. Letzt endlich war uns am Ende alles egal, hauptsache irgendwie wieder ins Hotel kommen. So haben wir uns dann für einen Haufen Geld, mit Hilfe des Hotels, ein Taxi geordert, dass uns Samstag Abend am Biathloncenter abholen sollte. Es wäre zu einfach gewesen, wenn das alles ohne Probleme funktioniert hätte. Dazu aber später mehr.

 

Samstag ging es gemütlich um 12 Uhr mit dem KTX nach Jinbu und von dort aus mit dem Shuttle-Bus zum Olympic Plaza. Mein persönliches Highlight der Zugfahrt: 4 Koreaner die 8 Plätze gebucht haben – 4 für sich und 4 für ihre Koffer. Kein Wunder, dass es keine Zugtickets mehr gab. Den Nachmittag haben wir gemütlich auf der Plaza verbummelt.

 

Biathlon – Massenstart der Frauen 12,5km

Gegen 18:30 ging es für uns dann mit dem Shuttle-Bus zum Alpensa Alpin Park. So schlecht der Transport nach PyeongChang organisiert war, innerhalb von PyeongChang funktionierte alles reibungslos. Wir sind zwar in den falschen Bus eingestiegen und dadurch am falschen Ende des Alpensa Alpin Parks gelandet (der ist deutlich größer als man denkt). Aber mit Hilfe des netten, koreanischen Personals bekamen wir eine Bustour durch den Alpensa Alpin Park vorbei am Langlaufstadion und den Skisprungschanzen.

 

Auf dem Weg zum Stadion wurden wir von gefühlten 100 Helfern begrüßt. Wenn man bei etwas nicht gespart hat, dann an den Helfern. Alle ca. 5-10m stehen 2-3 Helfer, die einem mit einem euphorischen “Helloooooooo, Welcooooome” begrüßen, den Weg weisen und gegebenenfalls helfen. Im Stadion angekommen, suchten wir erst einmal unsere Plätze – YES – direkt vor der Ziellinie und der Interviewzone. Das ZDF hatte seine Box direkt vor uns. Nachdem das Rahmenprogramm, Trommlerperformance und Slowakische Tänzer, beendet war, fieberten wir dem Start um 20:15 hin. Die erste Runde und das erste Schießen waren extrem spannend, danach wurde das Rennen von Anastasia Kuzmina dominiert. Die Deutschen hatten leider nicht so viel Glück, so machte Laura Dahlmeier leider Fehler beim Schießen und konnte bei dem Rennen nichts mehr reißen. Sie war auch sichtlich enttäuscht, als sie in der Interviewzone mit den Reportern sprach. Biathlon bei den Olympischen Spielen live zu erleben, war für mich ein tolles Erlebnis. Natürlich fiebert man mit seiner Nation mit, aber alle Zuschauer haben sich für Kuzmina gefreut und ihre extrem starke Leistung gefeiert.

 

Nach der Siegerehrung wärmten wir uns noch ein bisschen im Warming-Shelter auf. An allen Olympischen Stätten gibt es die Warming-Shelter. Diese sind einfach kleine Zelte, die beheizt sind und in denen man Heating-Packs bekommt. Die Heating-Packs waren der Knaller – so eine Art “chemisches Körnerkissen”, das man schütteln musste und dann unglaublich heiß wurde. Unsere Heating-Packs waren noch 12h später richtig heiß. Was die Kälte angeht, ging es eigentlich. Beim Rennen waren um die -8°C. Wir hatten mit Heating-Sohlen für die Schuhe, diversen Wärmepflastern und dicker Thermowäsche gut vorgesorgt, so dass wir mit der Kälte eigentlich keine Probleme hatten. Aber so ein Heating-Pack für unterwegs ist nie verkehrt.

 

Schlaflos in Korea

Um 22:30 sollte uns unser Taxi fahrer am Biathloncenter abholen. Dieser Bereich ist komplett abgesperrt und nur offizielle Transporte, die die Sportler usw fahren, dürfen diesen passieren. Also ging es erstmal Richtung East-Gate zur Hauptstraße, wo wir auf unser Taxi warteten. Und wer hätte es gedacht? Der Taxifahrer fand uns nicht. Sein Englisch war auch nicht perfekt und dass wir uns in der Gegend nicht auskannten, machte das Ganze ebenfalls nicht einfacher. Die Wartezeit erwies sich als Geduldsprobe. Ich war mittlerweile schon kurz davor zu sagen, lass uns in irgendein Hostel gehen. Bevor wir jetzt noch weiter in der Kälte stehen. Einer der netten Mitarbeiter bot uns dann an im Employee-Häuschen zu warten. Dankbar nahmen wir das Angebot an. Mit Hilfe von 3 Locals fand uns der Taxifahrer gegen 23:10 und wir konnten uns auf den Weg nach Seoul machen. Und dann ging das Abenteuer eigentlich erst so richtig los. An sich braucht man für die ca. 160-180 km von PyeongChang nach Seoul auf dem extra neugebauten Highway ca. 2h – 2 1/2h. Wir haben dank Stau und koreanischer Fahrkünste fast 4h gebraucht. Ich dachte am Anfang noch ganz cool “Och ich schlaf einfach schonmal im Taxi. Kann ja eigentlich immer und überall gut schlafen”, doch ich hatte den Fahrstil des Koreaners unterschätzt. Vollgas – ruckeliges Bremsen – Vollgas – ruckeliges Bremsen. Keine Chance irgendwie gemütlich einzuschlafen. Dazu kam, dass der Taxifahrer auch immer müder wurde und kurz vor dem Einschlafen war. Völlig erschöpft kamen wir um 3Uhr morgens im Hotel an.

Im Nachhinein hätten wir in Shanghai viel intensiver nach einem Hotel oder Ähnlichem suchen sollen. Korea ist nicht China, wie wir am eigenen Leib erfahren mussten. Letztendlich zählt, dass wir gut und sicher im Hotel angekommen sind. Wie unser Olympia-Trip weiterging erzähle ich euch am Sonntag.

 

bis dahin

eure Sarah

 

PS: Noch einmal Sorry, dass der Beitrag heute erst ankommt. Dank Erkältung und nachzuholenden Schlaf, habe ich den Post erst heute zu Ende schreiben können.

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