Travel Around The World – Seoul

Wieder mit etwas Verspätung kommt heute der letzte Beitrag zu unserem Südkorea-Kurzurlaub online. Hin und wieder ist leider die Internetverbindung instabil. Meistens löst sich das Problem innerhalb weniger Stunden. Seit heute morgen läuft es wieder ohne Probleme. Innerhalb von 1 1/2 Tagen kann man natürlich in Seoul nicht alles sehen. Da wir nur sehr wenig Zeit hatten, bot sich für uns eine Hop-On-Hop-Off Bus Tour an. Für 18000 Won (ca. 14€) waren wir an Board. Da der Freitag der Neujahrstag war, war Seoul so gut wie ausgestorben und alle öffentlichen Museen hatten zu. Zum Glück hatten wir strahlenden Sonnenschein bei -4 Grad und keinen Regen. Dann wären wir wohl etwas aufgeschmissen gewesen.

 

Namsan Seoul Tower

Unseren ersten Stop machten wir am Namsan Seoul Tower, ein wirklich schönes Plätzchen von Seoul. Da nicht allzuviel los war, konnten wir die Aussicht auf Seoul in Ruhe genießen. Mir war es schon fast zu ruhig. Wenn man jeden Tag den Lärm der Stadt und die lauten Chinesen gewohnt ist, dann ist es auf einmal sehr ungewohnt, wenig Menschen zu begegnen und Ruhe zu haben. Ruhe habe ich zu Hause eigentlich nur in unserer Wohnung. Gemütlich und in aller Ruhe genossen wir vor allem die Sonne und den Ausblick. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wie wir es geschafft haben 2 1/2 Stunden zu verbummeln. An den schönen Orten der Welt verliert man jegliches Zeitgefühl.


Gyeongbokgung Palace

Mit unserem Bus ging es nun weiter quer durch die Stadt zum Gyeongbokgung Palast. Und dort erwartete uns eine Überraschung. War doch die Stadt bisher überall wie ausgestorben gewesen, so tummelte sich gefühlt ganz Seoul beim Gyoengbokgung Palast. In traditionellen Gewändern wurden Fotoshootings mit der Familie abgehalten. Vielleicht für eine Neujahrskarte – ähnlich wie die Amerikaner es Weihnachten machen? Keine Ahnung. Da wir viele Menschen gewohnt sind, störten uns diese Massen eher weniger.

 

Der Palast erstreckt sich vor einer malerischen Kulisse und lässt einen vergessen, dass man sich mitten in Seoul befindet. Man kann schon sagen, dass man sich in einer ganz anderen Welt befindet. Während der japanischen Herrschaft (1910-1945) wurden viele der 600 Jahre alten Gebäude abgeriffen und die Anlage stark verändert. 1990 hat man damit begonnen den Palast und andere Gebäude zu rekonstrurieren. Nicht alles, was alt aussieht, ist es in diesem Fall. Der Schönheit tut dies jedenfalls keinen Abbruch. Ähnlich wie beim Seoul Tower verloren wir jegliches Zeitgefühl. Manchmal ist es schwer Dinge in Worte zu fassen. Manchmal gibt es auch einfach nicht viel zu erzählen. Es gibt oftmals wenig dieser Momente, in denen man völlig zu sich findet und einfach nur die Schönheit von Dingen genießt. In Seoul hatte ich innerhalb von einem Tag direkt zwei solcher Momente – beim Seoul Tower und in der Palastanlage. Deshalb lasse ich einfach ein paar Bilder für mich sprechen. Vielleicht spürt ihr diesen Moment der Ruhe und des Glücks, den wir dort verspürt haben, während ihr euch die Bilder anschaut.

Nach unserem Besuch des Palastes machten wir uns wieder auf den Weg zum Hotel, wo wir in der Lounge den Abend entspannt ausklingen ließen.

 

Namdaemun Market & Myeongdong

Am Montag hatten wir noch ein bisschen Zeit, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machen mussten. Diese Zeit nutzten wir für einen kleinen Spaziergang über den Namdaemun Market und das Shopping Viertel Myeongdong. Das Verrückte an Myeongdong, dass auf der Hauptstraße ein Kosmetikgeschäfft nach dem anderen sich reihte. Von Straffungspflastern bis hin zum Geschäft für Men-Beauty – keine Ahnung, was genau man dort kaufen konnte – ließ die Straße für Beautyverrückte keine Wünsche offen. So viele skurille Dinge für die Schönheit habe ich noch nie gesehen. Generell muss man sagen, dass die Koreaner extrem auf ihr Äußeres achten. Die Frauen putzen sich ordentlich heraus, genauso die Männer. Es ist völlig normal, dass Männer sich schminken und genauso, wie die Damen, ihre Haut mit “Bleaching-Creams” weißen. Eine vornehme Blässe gilt definitiv als Schön. Allerdings muss man auch sagen, dass diese Cremes einen sehr seltsamen Hautton erzeugen. Ich würde es mit einer Solariumbräune  vergleichen, nur eben anders herum. Das weiß der Haut sieht extrem unnatürlich aus. Durch die sehr zarten und weichen Gesichtszüge der Koreaner, wirken diese dann oft wie Porzellanpuppen. Nachdem wir noch ein bisschen durch die Geschäfte gebummelt waren, war es auch an der Zeit unsere Koffer im Hotel abzuholen und uns in Richtung Flughafen aufzumachen.

 

Fazit

Wenn ich an Seoul zurückdenke, tue ich das definitiv mit gemischten Gefühlen. Es gibt tolle Ecken in der Stadt und ich mag (wer hätte es gedacht) den Kontrast zwischen Neu – Alt – Traditionell – Natur unglaublich gern. Ich hatte wundervolle Momente der Ruhe und der Dankbarkeit, die ich in Deutschland viel zu oft vermisst habe. In Asien finde ich sie immer häufiger und in Seoul hatte ich das Glück, zwei solcher Momente zu haben. Allerdings habe ich die Stadt als extrem dreckig und zersiedelt empfunden. Zwar sieht man in der Ferne die Berge, aber innerhalb ist es wenig grün. Erst in Seoul ist mir so richtig bewusst geworden wie sauber und vor allem auch grün es bei uns in Shanghai ist.

Nichtsdestotrotz hätte ich gern noch ein bisschen mehr gesehen und erlebt, um mir noch ein besseres Bild machen zu können. Unsere Zeit hat z.B. nicht gereicht, um einen Abstecher nach Gangnam, zum Lotte-Tower, in den angrenzenden Bukhansan National Park und Bongeunsa Temple zu machen. Ich wäre gern auch einmal richtig koreanisch Essen gegangen. Leider hatten die meisten Restaurants zu wegen der Feiertage. Bei Streetfood bin ich immer noch etwas vorsichtig, da ich nicht immer alles vertrage. Zum Glück ist Südkorea um die Ecke und wir werden bestimmt noch einmal einen Wochenendstrip dort hin machen. Aber vorerst stehen andere Reiseziele auf den Plan, weshalb Seoul erst einmal etwas nach hinten rutscht. Wir haben gestern schon wieder unseren nächsten Urlaub gebucht. Wohin es für uns geht, werde ich euch in den nächsten Wochen erzählen.

 

bis dahin

eure Sarah

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